Plötzlich wieder Ministrant

Ehemalige feierten besonderen Gottesdienst
   

Der Vorabendgottesdienst am 18. Juli in der St. Stephanuskirche in Zaitzkofen war ein „etwas anderer Gottesdienst“ als sonst. Die Kirchenverwaltung nahm eine Idee von Pfarrer Justine Chakkiath auf und lud aktuelle und ehemalige in diesem Gotteshaus wirkende Ehrenamtliche – wie Lektoren und Ministranten – zu einem feierlichen Gottesdienst ein.

   

Aktuelle und ehemalige Ehrenamtliche im Kirchendienst tätige Zaitzkofener trafen sich zu einem Gottesdienst.

   

Mit Cornelia Braun (Neumeier), Veronika Hornung (Buchner) sowie Stephan und Roland Härtinger schlüpften vier „Ehemalige“ in Ministranten-Gewänder, um dem Pfarrer bei diesem Gottesdienst zu assistieren. Der letzte Ministranten-Dienst dieser vier liegt weit über 20 Jahre, ja sogar über 30 Jahre zurück. Alles sollte aber auch klappen und so wurde vorher selbstverständlich geprobt. Beäugt von den aktuellen Ministranten verrichteten die vier dann den Dienst bei diesem Gottesdienst.

Pfarrer Justine stellte in seiner Predigt heraus, dass Begegnungen wie diese etwas ganz Besonderes sind. Sie holen Erinnerungen zurück, von denen wir gar nicht wussten, dass sie noch so lebendig in uns sind. Wenn wir uns hier umsehen, entdecken wir viele vertraute Gesichter – manche haben sich kaum verändert, andere tragen das Leben inzwischen in ihren Zügen. Manche Ehemalige kennen sich noch aus der gemeinsamen Ministranten-Zeit, andere haben sich seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten nicht mehr gesehen. Und doch verbindet uns etwas, das tiefer geht als die Erinnerung: Wir alle haben einmal am Altar gestanden.

   

Die vier wieder aktivierten Ministranten bei ihrem Dienst am Altar.

   

„Vielleicht sehen Sie sich gerade wieder vor Ihrem inneren Auge im Ministranten-Gewand, das manchmal noch etwas zu groß war. Sie denken an die Aufregung vor dem ersten Dienst, das leise Klappern der Schellen, den Duft von Weihrauch, das warme Licht der Kerzen oder die letzten Absprachen in der Sakristei.“

Damals seien es vielleicht nur kleine Handgriffe gewesen, doch heute merke man, dass es Augenblicke waren, die das eigene Leben mitgeprägt haben. „Denn Ministrant oder Ministrantin zu sein, bedeutete weit mehr, als Kerzen zu tragen oder dem Pfarrer zu dienen. Es bedeutete, dazuzugehören, einen Platz zu haben und zu wissen. Ich werde gebraucht, mein Dienst ist wichtig.

   

Die vier früheren Ministranten mit Pfarrer Justine Chakkiath.

   

Vielleicht war es damals aber auch einer der ersten Orte, an dem wir Verantwortung übernehmen durften, an dem Erwachsene uns etwas zutrauten, an dem wir erfahren haben, wie schön Gemeinschaft sein kann. Und was war das oft für eine Gemeinschaft! Die Gespräche in der Sakristei, das gemeinsame Lachen, die Ausflüge, die Gruppenstunden, die Ministranten-Freizeiten, manchmal auch das gemeinsame Warten, bis der Gottesdienst endlich begann. Vieles davon schien selbstverständlich. Erst mit den Jahren erkennen wir, wie kostbar diese Zeit eigentlich war“, so der Geistliche.

Nach dem Gottesdienst waren alle, die gekommen waren, zum gemütlichen Zusammensein auf Kosten der Kirchenverwaltung ins Feuerwehrhaus eingeladen. Hier gab es natürlich einiges zu erzählen über „die alten Zeiten“.

   


<<  ZURÜCK  << Text: Robert Beck / Foto: M. Angerer // Laber−Zeitung >>  STARTSEITE  <<